Gas Gas – Die Firmengeschichte

Die Anfänge

Die Geschichte von Gas Gas begann 1974, als Narcis Cashs und Josep M. Pibernat einen Handelsbetrieb für Motorräder, Ersatzteile und Zubehör für den spanischen Markt gründeten. Damals betrug das Startkapital, über das die beiden verfügten, gerade einmal 600 US-Dollar.

100% Offroad …

… – das ist die Devise des nordspanischen Herstellers, der schon lange die Größenordnung einer « Trialschmiede » verlassen hat und sich mit 20.000 Motorrädern jährlich zum weltweiten Mitspieler entwickelt. Dabei bietet Gas Gas die breiteste Produktpalette aller Offroad-Hersteller: Enduro (Zwei- und Viertakt), Supermoto, Trial, Trail (Pampera), Motocross und Quad – und fast alles auch in « Kindergrößen »!
Dennoch ist Gas Gas global gesehen klein genug, um echte Innovationen voranzutreiben: so war die FSE 400 die erste Serien-Enduro auf der Welt mit Einspritz-Motor. So kommt in der TXT Pro Trial ein Sechsgang-Getriebe zum Einsatz, das durch einen genialen Trick mit nur 4 Zahnradpaaren auskommt. Und so war seinerzeit auch die EC 250 die ersten Serien-Enduro mit hydraulischer Kupplung.
Aber erst mal alles der Reihe nach:

« Halley » das erste Motorrad von Gas Gas (1985)

Ermutigt durch das Wachstum der eigenen Firma und durch die starke Nachfrage wurde 1985 das erste Trial Motorrad von Gas Gas hergestellt.

Das Nachfolgermodell, die « Aire » wurde mit nur geringfügigen Änderungen der Grafiken von 1988 bis 1991 produziert. 1990 und 91 wurde es parallel zur neuen « GT Delta » gefertigt.Die « Halley » wurde nach dem Kometen Halley, der damals wieder als leuchtender Stern sichtbar war, benannt. 1985 war das Motorrad mit Trommelbremsen ausgestattet, 1986 bekam sie vorne eine Schiebenbremse, und 1987 auch hinten.1986 erreichte Renales Gabino mit seiner Gas Gas bereits Platz 14 in der WM.

1990: Gas Gas GT

Dieses Motorrad wurde 1990 in der WM entwickelt, nachdem Gas Gas mit der Aire am « absteigenden Ast » war.
Die GT hatte einen neu entwickelten Deltaboxrahmen aus Ovalprofilen der hohe Festigkeit aufwies. Die 35mm Upside-down Gabel von Mazochi und die Wasserkühlung machten dieses Motorrad zu einem echten Trendsetter.
Der aufsteigende Stern Amos Bilbao sollte dieses auffällige Motorrad erfolgreich präsentieren. Er erreichte 1991 Platz 6 der WM.

1992: « Contakt » mit dem amerikanischen Markt

Das Modell GT bekommt 1992 den Beinamen « Contact ». Die Modell Palette wird, vor der Einführung auf dem US-amerikanischen Markt, um die GT12 (125ccm) und die GT16 (144ccm) erweitert. Das Motorrad bekommt einen neuen Tank und eine Sitz-Kotschützer Einheit. Dei Modelle bis zur GT25 bekommen die 35mm USD Mazocchi Gabel, die GT32 wird mit der neuen Paioli USD Gabel ausgestattet.

Das Grafic-Design Konzept das von der Design Abteilung von Gas Gas in diesem Jahr entwickelt wird wird nicht nur durch Preise ausgezeichnet. Insider sprechen vom schönsten Motorrad der Trial-Geschichte. Ein Journalist schrieb in seiner Begeisterung vom « Gebirgs Ferrari ».Als erstes Offroad-Motorrad hat die GT32 eine Hydraulisch betätigte Kupplung, um die Handkraft bei der Bedienung zu senken und die Präzision zu erhöhen. Diese Änderung veränderte die Trial-Welt. Bald werden Hydraulik-Kupplungen bei allen Herstellern zum Standard.

Das Engagement von Amos Bilbao lohnt sich, er gewinnt die WM Läufe in den USA und in Deutschland, und wird in der Gesamtwertung Vierter der WM.

1993, das Jahr von Gas Gas und Jordi Tarres

Die Entwicklungsarbeit des großartigen und sehr populären Amos Bilbao wurde fortgesetzt.
Neu war hingegen, dass jener Fahrer engagiert wurde, von dem damals schon gesagt wurde, er sei der beste Trialfahrer aller Zeiten: Jordi Tarres. Er war zu jenem Zeitpunkt der einzige Fahrer, der es auf vier WM-Titel brachte. Dabei hatte er den Titel 1988 um lächerliche fünf Punkte, und 1992 um neun Punkte verpasst. Wobei erwähnt werden sollte, dass Jordi im Falle eines Titelgewinns 1992 vertraglich weiter an Beta gebunden gewesen wäre. Ohne lange Eingewöhnungszeit begann Jordi Tarres gleich mit seiner Arbeit bei GG und sicherte sich mit sechs Einzelsiegen den Titel klar vor Marc Colomer (Beta). Nun war Gas Gas plötzlich nicht mehr die kleine Marke aus Girona. Nun war es die Marke, zu der die meisten Spitzenfahrer griffen.

Die technischen Änderungen umfassten in diesem Jahr: Der neue “Case reed valve” Einlass wurde eingeführt, und die hydraulische Kupplung wurde zum Standard bei allen Modellen. Der nunmehr verchromte Rahmen wurde bald ein Markenzeichen.
Gas Gas übernahm nun die Führung in der Entwicklung innovativer Trialdesigns. Mit dem 93er Modellen von Gas Gas ging ein Ruck durch die Trialszene. Alle Hersteller gerieten unter Druck, neue Modelle zu bringen. Bei Montesa kam die Cota 311, bei Fantic wurde mit letztem Einsatz aus der KRoo bis 1995 die Section entwickelt, bei Beta packte man die Techno aus, und Aprilia dankte leise ab, indem man die Weiterentwicklung einstellte.

Ebenfalls 1993 begann man mit dem Bau von Enduros. Die EC125 hatte einen Motor der italienischen Marke TM mit einem Sechsgang Getriebe. Dieses Motorrad wurde gleich in der Enduro Weltmeisterschaft und in zahlreichen anderen nationalen und internationalen Meisterschaften eingesetzt.

1994

Die Modellbezeichnung wurde auf « JT » geändert, um auf die gemeinsame Leistung von Gas Gas und Jordi Tarres hinzuweisen. Nach der Siegesserie die der schier unbesiegbare Jordi Tarres 1993 hinlegte, wurde 1994 nur ein Trial-Modell produziert. Das war die « JT 25T » mit einem 238ccm Motor – die Jordi Tarres Replica. Es war auch das erste Motorrad von GG, das ausschließlich aufgrund der Erfahrungen in der Weltmeisterschaft weiterentwickelt wurde. Somit begründet dieses Motorrad die Firmenphilosophie, der man sich bis heute verbunden fühlt.
Technische Änderungen betrafen die Fahrwerksgeometrie, die Upside-Down-Gabel wurde gegen eine konventionelle Paioli Gabel getauscht, Änderungen des Kühlsystems und es wurde eine neue Ducati-Zündung verwendet. Ein Auspufftopf, dessen Füllung nun austauschbar war, wurde Standard.
Einige weniger bedeutsame Änderungen betrafen die Farbe, Kunststoffteile, hinteren Rahmen und Schmutzfänger.
1994 gab es auch Erfolge für die GG Enduros: Man wurde in der 125ccm Klasse Markenweltmeister.

Die Modellpalette wurde um eine 250er Enduro erweitert. Dieses Modell (ebenfalls mit einem Sechsgang-Motor von TM) wurde vom Markt sehr gut angenommen, und fand bald weltweit reißenden Absatz.

2001

Die neue Produktionsanlage von Gas Gas in Spanien produziert vermutlich die breiteste Produktpalette im Bereich von 2-T u. 4-T Offroad-Maschinen: Enduro, Trial, MX, Supermotard und Kinder Motorräder, plus ATVs.

Fast 40 Modelle! Die Größe und die Philosophie des Gas-Gas Werks erlaubt es, diese Produktpalette auf schnell ändernde Marktlagen auf eine sehr bewegliche und wirkungsvolle Art und Weise zu justieren. Größere Hersteller haben damit mitunter große Probleme, denn für sie ist das mit erheblich größerem finanziellen und logistischen Aufwand verbunden.

Lohn für harte Arbeit -WM Titel 2005

Es sollte dann 10 Jahre dauern bis der Tarres-Schüler Adam Raga Gas Gas wieder zur Krone verhelfen konnte. Aber schon vorher, 2003, begann Ragas Siegesserie bei den Indoor-Titelkämpfen. 3 Titel in Folge waren ein Vorgeschmack auf das was folgen sollte. Der Outdoor Titel 2005 ist die logische Konsequenz der zielstrebigen Zusammenarbeit von vier Weltmeistern mit dem Gas Gas Team. Jordi Tarres, Tommy Ahvala, Marc Colomer und Adam Raga zogen gemeinsam am gleichen Strick, am anderen Ende hing der Titel.

Reset 2006 – Trennung von Tarres