Die Geschichte KTM

KTM Gründungsjahr: 1934, 1951 als Motorradfabrik
Produziert: in Österreich, Mattighofen
Gegründet von: Hans Trunkenpolz
Namen: Moser & Co KTM
KTM Motor-Fahrzeugbau KG
 KTM Sportmotorcycle GmbH
KTM Sportmotorcycle AG

1934 Gründung einer Schlosserwerkstatt durch Hans Trunkenpolz in Mattighofen.
1935 Hans Trunkenpolz legte die Meisterprüfung als Maschinenschlosser ab.
1936 Es folgt die Meisterprüfung für das KFZ-Gewerbe.
1937 Die Firma Trunkenpolz wird Vertreiber von DKW Motorrädern.
1938 Die Firma wird zu einer der größten Motorrad- und Auto-Reparaturwerkstätten in Oberösterreich ausgebaut. Vertretung für Opel Automobile.
1940 Hans Trunkenpolz wurde zur Deutschen Wehrmacht einberufen, und seine zweite Frau Elisabeth führte vorübergehend den Betrieb weiter.
1943 Ende 1943 kehrte er mit dem Auftrag der Wehrmacht zurück, für diese Lastwagen und Dieselmotoren instand
zusetzen.
1944 Die Werkstätte am Mühlweg wurde durch einen 700 m² großen Neubau erweitert.
1945 Mit einer Belegschaft von 35 Personen werden vorwiegend Lastwagen repariert, die nach dem Krieg von der Privatwirtschaft dringendst benötigt wurden.
1947 Die Firma Trunkenpolz hatte sich zu einer der größten Reparaturwerkstätten Österreichs entwickelt. Neben den Instandsetzungsarbeiten an Kraftfahrzeugen wurde mit der Anfertigung von verschiedenen Ersatzteilen begonnen, so dass ein weiterer Anbau von 300 m² notwendig wurde.
1948 Spezialisierung auf die Serienanfertigung von Blei-Bronze-Lagern für Kurbelwellen. Die Belegschaft erreichte einen Stand von 70 Personen.
1950 Rückgang bei den Reparaturaufträgen bedingt neuen Schwerpunkt auf die industrielle Ersatzteilfertigung.
1951 Beginn der Entwicklung eines Leichtmotorrades (Rotax Motor mit 98cm3 und 3 PS). 1953 Am 15. März 1953 um fünf Uhr früh wurden drei Prototypen des Leichtmotorrades « KTM R 100 » zum Versand zur Wiener Frühjahrsmesse gebracht. Der Name KTM als neue österreichische Motorradmarke trat erstmals in der Öffentlichkeit auf! Start der ersten Serienproduktion mit 20 Angestellten (3 Motorräder pro Tag). Werksbeteiligung am Rennsport  (5. Gaisbergwertungsfahrt: KTM belegt die Plätze 1 bis 3).
1954 Es sind bereits drei Modelle des Leichtmotorrades im Programm: Standard, Luxus und Tourist. Mehr als 1000 Motorräder wurden bereits verkauft als KTM zum ersten Mal die österreichische Staatsmeisterschaft der 125er Klasse gewinnt.
1955 Der Gesellschafter Ernst Kronreif tritt in die Firma ein. Jetzt lautet der offizielle Firmenname: KTM « Kronreif, Trunkenpolz, Mattighofen. » Das ist die einzige Belegbare Bedeutung. Das Modell « KTM Tourist » mit 125cc wird entwickelt. Hans Trunkenpolz engagiert den Motorenkonstrukteur Ludwig Apfelbeck. Der erfolgreiche Ingenieur soll bei KTM einen 125ccm Rennmotor mit Drehschieber entwickeln. KTM steigt in den Straßenrennsport ein.
1956 Bei der ersten Teilnahme an den Internationalen Six Days erringt Egon Dornauer auf einer KTM eine Goldmedaille.
1957 entsteht in Mattighofen mit dem Erfolgsmodell Mecky der erste Moped-Roller der Welt. Auch die Motorradpalette wird um zwei neue Modelle mit den martialisch klingenden Namen Tarzan und Mustang erweitert. Beide basieren auf der 125er Grand Tourist, die Tarzan wird die Straßenversion mit Stummellenker und Büffeltank, während der Mustang mit 19-Zoll-Rädern, langen Federwegen und Geländebereifung auch für Einsätze jenseits des Asphalt vorgesehen ist.
1958 Zum ersten Mal wird die Krise des europäischen Zweirads deutlich. Den immer mehr Verbraucher steigen auf die bequemeren und wettersicheren Kleinwagen um. Doch KTM hält unverdrossen an Motorrad und Roller fest und stellt das neue Modell Trophy mit 125 oder 150 cm³ Hubraum vor. Nicht weniger als zwanzig Modelle und -Varianten zählt mittlerweile das Programm der Firma KTM, die ihre Produktion erst fünf Jahre zuvor mit einem einzigen Modell aufgenommen hatte. Da bereits in den fünfziger Jahren die Umwelt empfindlich auf Lärmbelästigung durch motorisierte Zweiräder reagiert, werden die KTM-Motorräder mit einem neuen, besonders effektiven Schalldämpfersystem ausgerüstet. Der « Frankfurter Topf » ist von dem deutschen Juristen Leistritz entwickelt worden. KTM stellt die Anlage auch für Konkurrenzprodukte her und erschließt dadurch eine neue Einnahmequelle. Erwin Lechner siegt bei zahlreichen Off-Road Bewerben mit dem neuen KTM Rennmotor, konstruiert von Ing. Ludwig Apfelbeck.
1959 beendet KTM offiziell den Stra0enrennsport und konzentriert sich auf seine Geländesportaktivitäten. Denn das Geschäft mit dem motorisierten Zweirad läuft immer schlechter und hat schon zahlreiche Hersteller in den Ruin geführt.
1960 Schließlich stellt man bei KTM die Motorradproduktion ganz ein und konzentriert sich auf das Moped- und Rollergeschäft. Und präsentiert mit dem Ponny einen qualitativ hochwertigen und modernen Roller mit gebläsegekühltem Sachs-Zweitaktmotor. Schwarze Wolken scheinen sich über dem Mattighofener Werk zusammenzuziehen, als der agile und engagierte Firmenteilhaber Ernst Kronreif unerwartet mit nicht einmal vierzig Jahren am 23. Mai 1960 stirbt.
1962 Übernahme der Leitung von Erich Trunkenpolz, der Sohn des Gründers
1963 Erweiterung der Palette um das Modell Comet.
1964 Beginn der Fahrradproduktion. Wiedereinstieg in den Geländesport: Gründung des ersten KTM-Werksteams. Teilnahme bei den Six Days.
1966 Produktion des 10.000 Comet-Mopeds. KTM erringt die Goldmedaillen bei der internationalen Six Days in Schweden.
1968 Produktion des Geländemodells Penton Six Days für den Export in die USA.
1970 Produktionsbeginn für die ersten KTM Motoren. Manfred Klerr wurde auf der neuentwickelten 250er Motocross Maschine österreichischer Staatsmeister.
1971 Die Belegschaft von KTM besteht inzwischen aus 400 Mitarbeitern.
1973 Beginn der Serienproduktion der Modelle 250 (Cross & Enduro). Erste WM Punkte und Grand-Prix Siege für KTM (P. Roulev & G. Moiseev).1974 KTM hat 42 verschiedene Modelle. Serienbeginn für das Modell KTM Hobby III. Der Russe Gennadij Moiseev gewinnt den ersten 250cc Motocross Weltmeistertitel für KTM.
1975 Vorstellung des Straßenmodells Comet Grand Prix 125 RS. KTM Werksfahrer Sigi Lerner wird österr. MX-Staatsmeister. Alessandro Grittti wird Enduro Europameister.
1976 Bau eines eigenen 125ccm Motors. Internationale Erfolge des italienischen Farioli Rennteams (2 Europameistertitel). Vorstellung der Serie Comet mit Sachs Motoren mit 50 ccm.
1977 Produktionsende des erfolgreichen Ponnys.
1978
Vorstellung der KTM T 325 Trial auf der IFMA. Ausweitung der Produktpalette 50ccm. Dritter 250ccm MX-WM Titel für KTM und Moiseev.
1980 Änderung des Firmennamen auf « KTM Motor-Fahrzeugbau KG ». Intensive Weiterentwicklung der Sportmodelle (Gewichtsreduktion,Membransteuerung).
1981 Produktion der ersten wassergekühlten 125er MX-Maschinen. 700 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 750 Mio ATS, 76 % der Produktion wird in 13 Länder exportiert.
1982 Ausstattung der Motocross Modelle mit der neuen « Pro Lever » Hinterradfederung. Entwicklungsbeginn eines KTM 4-Takt Motors mit Wasserkühlung (als erster Anbieter auf dem Markt).
1984 Beginn der KTM Kühlerproduktion. Erster Auftrag für das österreichische Bundesheer. Heinz Kinigadner wird 250ccm MX-Weltmeister auf KTM.
1985 Produktion des 100.000 KTM Motors (500ccm, flüssigkeitsgekühlt, über 50 PS). Zum 2. Mal siegt Heinz Kinigadner in der 250ccm Motocross Weltmeisterschaft.
1986 KTM bietet als erster Hersteller vorne und hinten Scheibenbremsen an. Bei den Six Days in Italien siegt KTM in allen Klassen. Trotz aller sportlichen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte zeigen sich 1986 zum ersten Mal massive finanzielle Probleme des Unternehmens. Ein starker Umsatzrückgang und Schwierigkeiten mit den Importeuren in Italien, Deutschland und Frankreich sorgen für Wirbel.
1987 scheint sich das Unternehmen kurzfristig wieder zu erholen, denn mit einer Kühlerproduktion für namhafte europäische PKW-Hersteller sucht man nach einem neuen finanziellen Standbein neben der Fahrrad-, Moped- und Motorradproduktion.
Auch in diesem Jahr zeigt die Entwicklungsabteilung des Unternehmens die Früchte ihrer Tätigkeit. Denn der erste Viertakt-Motor mit der Verkaufsbezeichnung LC4 (Liqiud-Cooled-4-Stroke) und damit der Urahn sämtlicher bis heute gebauter KTM-Viertakt-Motoren wird präsentiert. Der Unterbau stammt vom 500er-Zweitakt-MotoCross-Motor, und man hat aus Kostengründen vor allem Normteile und Komponenten aus den bereits vorhandenen Einzylindermotoren verwendet. Doch der Vorfahre ist noch weit von der Massentauglichkeit der heutigen LC4-Motoren entfernt, denn der raue Motorlauf und die extremen Startprobleme machen ihn zu einem reinen Sportmotor, der selbst für Profis seine Tücken hat. Produktion von 98.000 Kühlern, 93.700 Fahrrädern, 12.600 Mopeds und 10.600 Motorrädern.
1988 Einstellung der Rollerproduktion.
1989 schließlich zeigt sich einmal mehr, wie eng Triumphe und Tragödien – nicht nur in der Zweiradbranche – beieinander liegen. Während KTM in diesem Jahr noch zwei Weltmeistertitel in der 125er- und in der MotoCross-Gespannklasse einfährt, verstirbt im gleichen Jahr der Sohn des Firmengründers, Erich Trunkenpolz. Er hatte die Geschicke des Unternehmens über Jahrzehnte wie ein klassischer Industriepatriarch alter Schule bestimmt. Und wie in einem Shakespeareschen Drama muss auch das Lebenswerk der Familie Trunkenpolz, die in starke Verluste dirigierte Firma KTM, neu strukturiert werden. Verkauf der Aktienmehrheit von KTM an die GIT Trust Holding. KTM wird mit Trampas Parker (USA) Motocross Weltmeister 125ccm und mit den Zwillingen Huesser (CH) Motocross Weltmeister in der Seitenwagen Kategorie.
1991 aus den Sanierungsplänen wird nichts. Undurchsichtige Geschäfte und Machenschaften neuer Eigentümergemeinschaften, die kaum etwas vom Motorradmarkt verstehen, reiten die traditionsreiche Firma immer weiter in den Ruin. Zusätzliche Verluste in anderen Betriebssektoren führen in den Konkurs der KTM Motorfahrzeugbau AG und Aufsplittung in eigenständige Nachfolgefirmen für Kühler, Motorräder, Fahrräder und Werkzeugbau.
1992 Die neu formierte Motorradsparte – KTM Sportmotorcycle GmbH – startet mit neuer Führung, neuem Hard Enduro Konzept und neuem Motorrad Design. KTM Enduro Weltmeistertitel gehen 1990 an Paul Edmonson (125), Peter Hansson (500), 1991 und 1992 an Jeff Nilsson (125), 1992 an Mario Rinaldi (350).
1993 Beginn des KTM Rally-Engagements (Sieg bei der Atlas Rally in 5 Klassen).
1994 Umgründung der KTM Sportmotorcycle GmbH in die KTM Sportmotorcycle AG. Mitarbeiterstand: 212 Personen. Produktionsbeginn der Duke Serie als Strassenmodell.
1995 Kauf der schwedischen Husaberg AB und Übernahme von White Power Suspension. Notierung der KTM Sportmotorcycle AG an der Wiener Börse, Produktion von 12.000 Motorrädern, Umsatz 1,1 Mrd. ATS, 2 Enduro WM-Titel, Sieg bei Master Rally und Tunesien Rally.
1996 Erster KTM LC4 Motor mit E-Starter in Serie. Gründung weiterer Vertriebstöchter (D und CH). 500cc MX WM mit Shayne King, zahlreiche Siege in Enduro & Rallybewerben.
1997 Markteinführung der Modelle LC4 Supermoto (Straße) und LC4 Adventure, das erste Reisemotorrad von KTM. 3 Enduro WM-Titel: Watts (125), Rinaldi (400), Tiainen (500).
1998 PDS (Linkless Suspension System) bei den 2-Takt Modellen, neue Motorgeneration 125/200cc. Neues Z-Design. Bau eines neuen Assemblierungswerkes mit Forschungs- und Entwicklungszentrum. Gründung der Vertriebstochter KTM England. Bei der 20. Rally Paris-Dakar belegt KTM durchgehend die Ränge 2 bis 12.
1999 1. September: Produktionsbeginn im neuen KTM Werk. Produktionsbeginn des neuen KTM 4-Takt Motors RACING 400/520. Erster KTM Motor mit Getrenntschmierung 125/200cc. Gründung der Vertriebstochter KTM Spanien.

Rückzug von der Börse. Enduro Weltmeister Salminen (125), Gesamtsieger Sala. Magnaldi siegt im neuen Rally Weltcup.
2000 Vorstellung des KTM 2-Zylinder Projektes auf der Intermot in München. Gründung der Vertriebstochter KTM Frankreich. Sportlich sehr erfolgreiches Jahr: KTM holt 6 Weltmeistertitel! Motocross Weltmeister: 125cc (Grant Langston), 500cc (Joel Smets), Enduro Weltmeister 125cc (Juha Salminen), 250cc 4T (Matteo Rubin), 400cc (Mario Rinaldi), 500cc (Tiainen).
2001 Einzug ins neue Ersatzteillager in Mattighofen. 5-fach Sieg für KTM bei der Dakar Rally. Sieger Fabrizio Meoni aus Italien. Juha Salminen wird Enduro Weltmeister und James Dobb 125ccm Motocros Weltmeister.
2002 Einzug ins neue Motorenwerk in Munderfing. Thierry van den Bosch wird Supermoto Weltmeister. Fabrizio Meoni gewinnt die Dakar auf der neuen 950 Rally Zweizylinder. Juha Salminen wird erneut Enduroweltmeister.2003 Markteinführung der 950 Adventure. Vorstellung der 990 Duke. Einzug ins neue Entwicklungszentrum in Mattighofen. 70.514 Motorräder wurden weltweit abgesetzt und ein Gesamtumsatz von 376 Millionen Euro erzielt. KTM steigt in die 125er Road Racing WM ein. Weltmeister
2003 Salminen (Enduro), Ramon (125 MX), Smets (650 MX). Rally Weltcupsieg für Despres. US Champions 2003: Langston 125 (Supercross), Lafferty (Enduro).
2004 Markteinführung der 990 Super Duke. Vorstellung der 990 RC8 Venom und 950 Supermoto auf der Intermot. Bau eines neuen Verwaltungsgebäude in Mattighofen. Erfolgreiche Platzierung der KTM Anleihe am Kapitalmarkt. Gründung einer Tochterfirma in Ungarn und Slowenien. 76.815 Motorräder wurden weltweit abgesetzt und ein Gesamtumsatz von 402,4 Millionen Euro erzielt. 17 Weltmeistertitel, 104 Titel insgesamt.
2005 Markteinführung der 950 Supermoto. Vorstellung der 990 Adventure und der 950 Super Enduro R. Kooperation mit Polaris Industries Inc. 80.356 Motorräder weltweit abgesetzt – Gesamtumsatz: 451,2 Millionen Euro. 16 Weltmeistertitel, 120 Titel gesamt. KTM gewinnt den Konstrukteurstitel in der 125 ccm Motorrad Straßenweltmeisterschaft. Einstieg von KTM in die 250 ccm Straßenweltmeisterschaft. Cyril Despres gewinnt die Dakar. Alle 6 Enduro Weltmeisterschaftstitel gehen an KTM.
2006 KTM Chef und Mitbesitzer Stefan Pierer kündigt ein Ende der Kooperation mit Polaris an. Trotzdem wird an einigen Projekten zusammengearbeitet werden. Grund zu dieser Entscheidung war die Befürchtung, das zu verlieren, was KTM aufgebaut hat und wofür die Marke steht, zumal KTM nur ein Drittel von Polaris darstellt, so der KTM Chef. Polaris hält 24,9 Prozent der KTM Anteile, die will Stefan Pierer zusammen mit seinem Partner Rudolf Knuenz in der ersten Hälfte 2007 zurückkaufen. Dann halten die beiden knapp 80% der KTM Anteile.

Der Name KTM

Die Firma Hans Trunkenpolz am Mattighofener Mühlweg 2 hieß damals Fa. Moser & Co., was in politischen Nachkriegs-Gegebenheiten begründet war. Hans Trunkenpolz sah den Rückgang des Geschäftes mit den Blei-Bronze-Lager und gab der industriellen Ersatzteilfertigung keine große Zukunftschance. So suchte er nach einem neuen Produktionszweig, und da drängte sich förmlich das Produkt « Motorrad » auf. Im damaligen armen und in vier

Besatzungszonen geteilten Österreich bestand ein sehr großer Bedarf an einfachen, billigen und robusten Motorrädern, um die Österreicher wieder mobil zu machen. In jenen unmittelbaren Nachkriegsjahren wagte kaum jemand an ein Automobil zu denken, weder in der Herstellung, noch im Betrieb.

Die österreichische Motorradproduktion bestand zu Beginn der fünfziger Jahre aus den Marken Puch, RWC  (Radwerke St. Christophen, Tresnak & Co.), Delta Gnom und Lohner sowie einigen Kleinherstellern. Lohner baute Motorroller, und nur Puch hatte Motorräder mit mehr als 125 cm³ im Programm. Das gravierende Problem für alle Hersteller bestand im Bezug eines Motors, der bei allen mit Ausnahme der Firma Puch, die ja eigene Motoren baute, durch den österreichischen Motorenhersteller Rotax in Gunskirchen / Oberösterreich, gedeckt wurde.

Rotax wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges als Auslagerungsbetrieb der Fichtel & Sachs – Werke Schweinfurt in der Nähe von Wels gegründet und ging nach dem Krieg als « Deutsches Eigentum » in die öffentliche Verwaltung über. Rotax baute im Jahr 1953, dem Serienstart der KTM-Maschinen, den robusten, bereits in den Vorkriegsjahren bewährten 98 cm³ Nasenkolben-Zweitakter von Sachs mit Zweiganggetriebe (auch in einer Version mit Seilzug-Handstarter) in Lizenz.

Als nun Hans Trunkenpolz sein Motorradprojekt realisierte, suchte er einen signifikanten Namen. Über die
Bedeutung der drei magischen Buchstaben bis zum Eintritt des Gesellschafters Ernst Kronreif im Jahre 1955 gibt es zwei Versionen:

Ernst Kussin, der erfolgreiche Beiwagen-Rennfahrer, erzählte folgende Version: Er war mit Hans Trunkenpolz vom Motorradsport her bekannt und arbeitete als Verkaufsleiter Inland bei der Salzburger Mopedfabrik HMW (Halleiner Motorenwerke). Kussin war in die Konstruktion der R 100 Maschine involviert und brachte die Verbindung zu Ing.

Rothe, dem Direktor von Rotax, in das Projekt ein. Der Rahmen und der Tank der ersten Modelle wurden mit Hilfe von anderen im Raum Mattighofen angesiedelten Firmen hergestellt. Aus den Initialen von Kussin, Trunkenpolz und Moser entstand daher der Firmenname. Demgegenüber steht in der « KTM Familien- und Firmenchronik », einem in Handarbeit hergestelltem Unikat, welches sich im Besitz der Familie Trunkenpolz befindet, die Version:

« Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen ». In der zeitgenössischen Literatur wurde das Motorrad R 100 jedenfalls als « Moser-KTM » bezeichnet. Sicher und belegbar ist aber erst die Bedeutung der Initialen im Jahr 1955, als Ernst Kronreif als Gesellschafter in die neu gegründete OHG eintrat: « Kronreif & Trunkenpolz, Mattighofen ».